Informations- und Koordinationsveranstaltung zum 1. Mai in Erfurt

24. April 2007


Am 30.04 ab 19:30 Uhr in der JG Stadtmitte Jena: Letzte Infos zum Naziaufmarsch und Gegenaktivitäten am 1. Mai in Erfurt. Außerdem Rechtshilfeinformationen der Roten Hilfe und Koordination für die gemeinsame Anreise.


Erfurt – News zum 1.Mai

03. April 2007

Am 1.Mai wollen die Nazis um 14 Uhr ihre Demonstration unter dem Motto „Arbeit für Millionen, statt Profite für Millionäre“ beginnen. Doch schon zwei Stunden vorher (12 Uhr) soll die Auftaktkundgebung beginnen. Vermutlich wollen die Nazis dadurch auch zeitlichen Spielraum wegen möglicher polizeilicher Vorkontrollen gewinnen. Um 10 Uhr soll am Hirschgarten (Staatskanzlei) eine DGB-Demo unter dem Motto „Du hast mehr verdient“ beginnen. Thüringer Gruppen aus der Mobilisierung gegen den G8-Gipfel rufen zu einem „Wir wollen alles“-Block unter dem Motto „Wir wollen kein kleines Stück vom Kuchen – sondern die ganze Bäckerei“ auf. Der Block wird sich später an der geplanten Antifademonstration beteiligen.
Um 12 Uhr (Auftaktkundgebung ab 11 Uhr) soll in der Erfurter Innenstadt eine Antifa-Demonstration beginnen. Da viele Plätze schon von Infoständen der Parteien (bzw. dem Bürgertisch Demokratie) belegt sind, laufen derzeit (Stand 18. März) noch die Verhandlungen über den Startpunkt der Afa-Demonstration. Sobald ein Auftaktkundgebungsort bekannt ist, werden wir ihn auf dieser Website bekanntgeben. Nach der Demonstration soll dezentral gegen den Naziaufmarsch in Erfurt vorgegangen werden.

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Gegen den „Thüringentag der Nationalen Jugend“ in Saalfeld vorgehen!

27. Mai 2005

„Wo Nazis demokratisch gewählt werden können, muß man sie nicht demokratisch bekämpfen.“
(Wiglaf Droste)

1997 meldeten AntifaschistInnen eine Demonstration unter dem Motto „den rechten Konsens durchbrechen“ an. Das dies bitter nötig war zeigten die Reaktionen der rechten Parteien.
Die NPD meldete eine Demonstration gegen die „Linksterroristen“ an. Dies bekam aus der Bevölkerung und den Parteien soviel Zuspruch, dass sich ein CDU-Mitglied des Landtages dem Tenor anschloss, um sich als Verfechter von Ruhe und Ordnung zu profilieren und zu Wahlkampfzwecken Unterschriften gegen die Antifas sammelte.
Die Unterstützung ging sogar bis zum Thüringer Landtag. Der damalige thüringer Innenminister Dewes (SPD) verunmöglichte mit dem größten Polizeieinsatz der Nachwendezeit die bundesweite Demo der AntfaschistInnen, indem sie außen vor blieb und nicht in der Saalfelder Innenstadt laufen durfte.
Die Nazis hatten zum ersten mal, Dank des Rechtstaats, ihr Konzept der national befreiten Zone durchsetzen können.
Sie traten seitdem zwar politisch nicht mehr in Erscheinung waren jedoch fester Bestandteil des Stadtbildes.
Dem entgegen konnte sich eine linke Jugendkultur herausbilden, welche ein subversives Model zu den Verhältnissen in Saalfeld bot und weiter bietet.
Von organisierten Nazis wird mit dem „Thürigentag der nationalen Jugend“ erneut versucht sich in der Stadt zu etablieren und an die „Erfolge“ Ende der Neunziger Jahre anzuknüpfen.
Das Konzept ziehlt dabei nicht auf martialische Agitation, sondern deutschtümelnde Volksgemeinschaft. In Jena und Gotha drückte sich das in Gulaschakanonkochen, Biertischgarnitursitzen, Nazimusik und weiterer Propaganda aus.
Letztes Mal erkoren die Nazis Gotha im Nachhinein zur „National Befreiten Zone“. Der Widerstand damals fiel nur marginal aus und wurde lediglich von bürgerlichen Kreisen organisiert.
In diesem Jahr schreiben sich die Faschisten die Schaffung einer „nationalen Jugendkultur“ und die Abschaffung des Kapitalismus auf die Fahnen. Im Kontext bedeutet dies auf den Punkt gebracht nicht mehr als die Forderung nach einem nationalsozialistischen homogenisierenden Volksethos.

Gegen Kapitalismus und deutschen Volksethos!
Solange der deutsche Konsens einer Leitkultur besteht und nur nützliche Ausländer geduldet werden, die der deutschen Volksgemeinschaft zuarbeiten, ist der Neonazismus nur ein Ausdruck des Extremismus der Mitte. Der Standort Deutschland wird als interkulturell dargestellt, damit es den ökonomischen Interessen nutzt.
Die „bürgerliche Antifa“ von SPD und B.90/Grünen wurde ins Leben gerufen um eben diese Standortlogik zu untermauern und nicht um den Nazis und ihrer menschenverachtenden Ideologie eine humane Alternative entgegenzusetzen.
Der der warenproduzierenden Gesellschaft inhärente Konkurrenzdruck fördert aus Prinzip her rassistisches Denken und wird weiterhin durch Sondergesetze für Ausländer und deren systematische Kriminalisierung und Diskriminierung von der bürgerlichen Demokratie rechtlich legitimiert.
Menschen werden im Kapitalismus danach bewertet wieviel Nutzen sie bringen.In der Schule wird selektiert wer eine „Karriere“ als Akademiker oder als Maurer macht. Diese Form von Sozialdarwinismus ist schon fest integrierter Bestandteil des alltäglichen Lebens und wird nicht mal mehr als menschenverachtend empfunden.
Wir fordern eine Welt in der das Leben der Menschen sich nicht nach dem Profit richtet, sondern nach den Bedürfnissen der und des Einzelnen.
Solange Menschen in Abschiebehaft kommen, verdachtsunabhängige Personenkontrollen vor allem Ausländer treffen, Flüchtlinge in „ihrem“ Landkreis eingepfercht sind, also Rassismus institutionalisiert ist, gibt es keine Alternative als dem braunen Mob der Mitte eine radikale linke Alternative entgegenzusetzen, die auf eine Gesellschaft frei von Verwertungszwängen abzielt.

No naziday again!

Dass das Prinzip von Straßenfesten und „Bunt statt Braun“ in den letzten Jahren eine innergessellschaftliche Befriedigung darstellte und immer noch darstellt und nur selten dazu führt den Nazis konsequent den Raum zu nehmen, macht es nötig offensiv zu Handeln. Denn wenn sich Faschisten versammeln hat sich das paradoxe „Feste feiern gegen Nazis“ noch nie bewährt!
Aus diesem Grund rufen wir am 29. Mai 2004 jede und jeden dazu auf, statt Lichterketten und Straßenfeste zu veranstalten, konsequent und mit allen Mitteln den Nazis die Möglichkeit zu nehemen sich in Saalfeld zu zeigen!

Wir werden da sein und den ganzen Sumpf trockenlegen!

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->Die Nazis mussten ihren Veranstaltungsort vom Marktplatz auf den Platz am Schlossteich verlegen. Die haben für 13Uhr angemeldet.
->Auf dem Marktplatz findet ab 12Uhr ein bürgerl. „Pfingstfest“ der Stadt statt.
-> Gegenaktionen dezentral in der ganzen Stadt.
-> Infotelefon und Ermittlungsausschuss gibt es am Samstag.
-> Bitte unbedingt noch mobilisieren und im Web posten!

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